Modernste Strahlentherapie im Klinikum Gütersloh: Kürzere Behandlungszeiten, mehr Zeit für die Patienten. (Foto: Klinikum Gütersloh)
Gütersloh. In der Strahlentherapie im Klinikum Gütersloh gibt es zwei neue hochmoderne Linearbeschleuniger. Mit den Geräten können Krebspatienten schneller behandelt werden – präzise und schonend.
Gezielte Krebstherapien revolutionieren die Onkologie. Eine neue Gerätegeneration in der Strahlentherapie spielt dabei eine wichtige Rolle: „Mit der neuen Generation von Linearbeschleunigern können wir die Therapie für die Patienten schneller machen und gleichzeitig präzise umsetzen.“, erklärt Dr. med. Thomas Riedel, Chefarzt der Klinik für Radioonkologie und Nuklearmedizin am Klinikum Gütersloh. Heute dauert eine Sitzung in der Strahlentherapie nur noch 3-5 Minuten, davor waren es noch 5-10 Minuten. Ein Grund dafür ist die hohe Effektivität der Linearbeschleuniger: „Das Gerät macht in wenigen Sekunden eine hochauflösende CT-Aufnahme zur präzisen Lagerung und führt die eigentliche Bestrahlung in kürzester Zeit durch.“
Durch die hohe Präzision können Dr. Riedel und sein Team die Patienten kürzer und intensiver bestrahlen. Das verringert die Dauer und die Zahl der Sitzungen. „Für uns bedeutet das nicht nur mehr Genauigkeit, sondern auch mehr Zeit für die Patienten, für Gespräche und eine individuelle Beratung.“
In der Fachsprache wird die moderne Strahlentherapie-Variante, die dank der neuen Geräte möglich ist, Hypofraktionierung genannt. Bei vergleichbaren Nebenwirkungen kann die Dauer der Behandlung verkürzt werden und in vielen Fällen in der Hälfte der früher notwendigen Zeit erfolgen. Das bedeutet für die Patienten also weniger Fahrten ins Krankenhaus, weniger Organisation und Belastung während ihrer Erkrankung.
Bei der Strahlentherapie lenkt der Linearbeschleuniger ultraharte Röntgenstrahlen auf den Tumor. Das Ziel ist, die Krebszellen dadurch zu zerstören. Die modernen Linearbeschleuniger machen sekundenschnell eine Computertomographie, also eine Art Schnittbild der betroffenen Region. Der Strahlentherapeut kann mithilfe KI-gestützter Software die Zielvolumen für die Therapie festlegen. Je höher die Genauigkeit der Bestrahlung, desto besser wird das umliegende Gewebe geschützt.
Für die neuen Geräte waren Investitionen im Millionenbereich erforderlich. Die Linearbeschleuniger sind echte Schwergewichte, jeder bringt rund 5 Tonnen auf die Waage. Eine Spezialfirma hat die tonnenschweren Geräte in die Praxisräumlichkeiten gebracht.
Die Klinik für Radioonkologie und Nuklearmedizin und die Radioonkologische Praxis am Klinikum Gütersloh machen die Strahlentherapie für den gesamten Kreis Gütersloh und überregional, also auch für Patientinnen und Patienten aus anderen Krankenhäusern und Praxen. Das gesamte Einzugsgebiet umfasst etwa 300.000 Einwohner. Täglich haben zwischen 80 und 90 Patienten einen Termin für die Behandlung in der Praxis.
Dr. med. Riedel: „Die technische Entwicklung ist einer von vielen wichtigen Faktoren in der modernen Krebstherapie. Smarte Technologien Tumore effektiver bekämpfen Mindestens genauso wichtig ist aus meiner Sicht die Erfahrung und Expertise der unterschiedlichen Fachmediziner, die wir im Rahmen unserer Tumorkonferenz unter dem Dach des Onkologischen Zentrums zusammenbringen, um für jeden Patienten das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Davon profitieren die Krebs-Patienten sehr.“
