Rietberg. Künftig gibt es im Erzbistum Paderborn 21 Seelsorgeräume. Generalvikar Dr. Michael Bredeck und Generalvikar Thomas Dornseifer sowie Prozessverantwortliche stellten am heutigen Freitag, 8. Mai 2026 deren Zuschnitte vor. Sie informierten über neue Pfarreien und vorausgehende Fusionen, „verlässliche Orte“ sowie die gemeinsame, kooperative Leitung durch ein Leitungs-Trio. Betroffen ist auch der Pastorale Raum Rietberg, der zukünftig mit Rheda-Wiedenbrück zu einem Seelsorgeraum verschmilzt.
Mit der Vorstellung der Richtungsentscheidungen der Erzbischöflichen Leitungskonferenz starteten Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz und seine beiden Generalvikare im April 2025 einen neuen Abschnitt in der Entwicklung des Erzbistums Paderborn: Unter dem Leitwort „Glauben.Gemeinsam.Gestalten.“ etablierten sie einen Bistumsprozess, der je einen Strang für die Transformation der Pastoral und für die Transformation der Verwaltung umfasst. „Es geht um zwei große Veränderungen, mit dem Ziel einer gemeinsamen Zukunft“, so die Botschaft damals wie heute. Während die Transformation der Pastoral die Voraussetzungen dafür schaffen soll, dass der Glaube trotz aller Veränderungen auch in Zukunft gelebt werden kann, modernisiert die Verwaltungstransformation die organisatorischen Strukturen im Erzbistum mit dem Ziel, die Engagierten zu entlasten.
Was wird sich konkret ändern? In jedem (neuen) Seelsorgeraum wird es ein Pastorales Zentrum geben, das für eine verlässliche Erreichbarkeit des Pastoralteams sowie für ein vollständiges und vielfältiges Angebot an kirchlichem Leben wie Eucharistie und Sakramentenspendung steht. Zudem wird es in jedem Seelsorgeraum weitere lokale oder thematische „verlässliche Orte“ mit hauptberuflich oder ehrenamtlich getragenen Angeboten geben, beispielsweise bestimmte Kirchen, Kindertageseinrichtungen, Schulen, soziale Einrichtungen oder Verbände. Ein bereits vorhandener sogenannter „Bistumsort“ kann zu einem Seelsorgeraum dazu gehören, er hat eine erzbistumsweite Ausstrahlung mit einer spezifischen pastoralen Ausrichtung für bestimmte Zielgruppen.
Im Erzbistum Paderborn wird es zukünftig 21 Seelsorgeräume mit je einem eigenen pastoralen Profil geben. Diese 21 Seelsorgeräume bestehen aus je einer Pfarrei, die Ausnahmen, dass ein Seelsorgeraum aus mehreren Pfarreien besteht, gibt das Erzbistum vor. Im Hinblick auf die aktuell bestehenden 603 Pfarrgemeinden bedeutet dies, dass durch Auflösung und Neuerrichtung sukzessiv Fusionen von Kirchengemeinden erfolgen – auch hier gibt das Erzbistum Ausnahmen von diesem Verfahren vor. Dass ein Seelsorgeraum in der Regel aus einer Pfarrei bestehen wird, hat vor allem rechtliche und organisatorische Gründe: Wenn es innerhalb eines Seelsorgeraums möglichst nur eine Pfarrei gibt, werden Zuständigkeiten klarer, Entscheidungswege einfacher und Verwaltungsstrukturen schlanker.
Das Erzbistum beauftragt für die Seelsorgeräume multiprofessionelle Teams, die aus Seelsorgerinnen und Seelsorgern, Pastoralen Mitarbeitenden, Verwaltungsleitung sowie weiteren Professionen bestehen. Ein multiprofessionelles Team begleitet und unterstützt die Engagierten. Auf dem Weg zu einer zunehmend ehrenamtlich getragenen Kirche in vielgestaltiger Form setzt das Erzbistum auf eine Vielfalt dezentraler selbstorganisierter Initiativen und Netzwerke, beispielsweise die lokale Kirchenentwicklung, ökumenische und nicht-kirchliche Kooperationen, digitale Formen der Vernetzung, Verkündigung und Gemeinschaft. In einem Seelsorgeraum sollen sich dazu Substrukturen etablieren, die so flexibel wie möglich sind, um die Besonderheiten vor Ort aufgreifen zu können. In der Regel wird ein (bisheriges) Dekanat zu einem (neuen) Seelsorgeraum.
Geplant ist die kooperative Leitung eines Seelsorgeraumes durch ein Trio aus Pfarrer, Pastoraler Koordination und Verwaltungsleitung. Dieses Trio wird eng mit dem Rat der Pfarrei und dem Kirchenvorstand zusammenarbeiten. Die Leitungs-Trios werden durch eine Organisationseinheit auf der Ebene des Erzbistums Paderborn geführt. In der Übergangszeit von der Errichtung der Seelsorgeräume bis zum konkreten Start der Leitungs-Trios werden in der Regel die aktuellen Dechanten als Übergangsleiter zuzüglich eines erweiterten Teams die Leitung eines Seelsorgeraumes übernehmen.

