Musikalische Feinkost aus der Dose

Max Mutzke und das Matti Klein Soul Trio im Flirt mit der Cultura

Rietberg (rdp). „Ich bin nun schon zum dritten Mal hier in Rietberg. Und jedes Mal ist es ein Fest. Eine großartige Power“, flirtet Max Mutzke mit seinem Publikum in der Cultura und scheint den Veranstaltungsort besonders liebgewonnen zu haben. „Es ist unglaublich, wieviel Zuschauer hier in diese Dose passen“, schaut er ins Rund, zieht den Vergleich mit einem Shake­speare-Theater und verspricht musikalische Feinkost mit einem Trio der Sonderklasse. Dass das Konzert nach den Zugaben dann auch leider ein Ende hatte, war die schlechte Nachricht.

Denn das Matti Klein Soul Trio und Max Mutzke passten zusammen. Und wieder einmal hatte „kulturig e.V.“ ein Händchen bewiesen, Musiker zu engagieren, die nicht nur ihr Handwerk verstehen, sondern dies auch mit großer Liebe und Leidenschaft tun.

Das Trio legte vor. Bandleader Matti Klein am Keyboard, Lars Dieterich am Saxophon und Bassklarinette sowie André Seidel an den Drums hätten auch als Solisten den Abend kurzweilig gestaltet. Im Trio dann eine Sensation. Erst nach dem Warm-Up betrat Max Mutzke die Bühne. Leger gekleidet und mit Markenzeichen Hut bewies der Künstler, dass er mehr als nur Sänger ist. Nebenbei schreibt er Kinder- und Erwachsenen-Bücher, eigene Songs, steht mit beiden Füßen fest auf dem Boden und liebt seine fünf Kinder. 

Er ist im wahren Sinne des Wortes Interpret, der im souligen Jazz meisterlich in den Bann zieht, aber nicht nur Evergreens (Me and Mrs. Jones) neu interpretiert, sondern mit seinen deutschen Texten zum Nachdenken anregt. „Ich weiß, dass wir uns alle schon mal näher waren“, aber er macht auch Mut in seinem Song: „Alles soweit weg, zum Glück nicht wir“.

Fotos: RSA/Pfaff