Varensell (rdp). „Der Verein ist mir ans Herz gewachsen. Entweder spiele ich hier noch ein paar Jahre weiter oder ich höre auf!“ – Ein schöneres Kompliment für Grün-Weiß Varensell kann es kaum geben. Nele Ullenbrock spielt aus Überzeugung für den heimischen Fußball-Bezirksligisten.
Das Vertrauen hat ihr das Team auch zurückgegeben. Denn die Mitspielerinnen haben sie zur Spielführerin gewählt, weil sie vorbildlich auftritt und den Verein schon lange kennt. Seit 2007 spielt die 25-Jährige bereits für Varensell und war zwischendurch nur mal ein halbes Jahr auf der High-School in den USA. „Ich komme aus Verl, aber ich bin so drin hier im Verein, weil es Spaß macht und ich viel Herzblut hier habe. Ich wollte nie wechseln“, sagt Nele Ullenbrock, die mit dem Team aber vor einem kleinen Neuaufbau in der Bezirksliga steht. „Wir hatten in der vergangenen Saison in der Landesliga einfach zu viele Langzeitverletzte. Das Niveau war zu stark und irgendwie war bei uns dann auch die Puste raus. In entscheidenden Momenten haben wir unglückliche Gegentore kassiert oder vorn unsere Treffer nicht gemacht.“ Jetzt gilt es, die Abstiegssaison abzuhaken und mit einem zum Teil auch verjüngten Team möglichst im oberen Tabellendrittel wieder mitzuspielen.
„Torgefährlich – spiele aber dort, wo Bedarf ist“
Als Stürmerin hat Nele Ullenbrock in der Jugend begonnen, rückte dann ins linke Mittelfeld. „Und bei Personalmangel spiele ich dort, wo Bedarf ist“, so Nele, die in der vergangenen Saison auch torgefährlicher geworden ist. „Aber an unsere Torjägerinnen Lena Brinkhaus und Marie-Christine Aufderstroth komme ich nicht ran.“ Gespannt ist das Frauenteam auch auf den neuen Trainer Klaus Siepert. „Er arbeitet mit viel Herzblut im Verein als Trainer und Koordinator. Und setzt sich stark für uns ein!“
Wie ist Nele Ullenbrock eigentlich zum Fußball gekommen? Die Jungs aus ihrer Klasse und ihr Bruder haben auf dem Bolzplatz gespielt und Nele schon früh für den Sport begeistert. „Ich habe auch mal Leichtathletik gemacht, dann aber doch beim Fußball geblieben, weil ich hier auch meine Freunde gefunden habe“, erinnert sie sich und begann in der U8 mit dem Vereinssport. Es sei die Gemeinschaft, die Freude mit dem Ball zu spielen, die sie begeisterte. „Und es ist mit der Zeit immer mehr gewachsen. Jeder Sonntag mit Fußball wurde zu einem Highlight. Wenn es die Zeit zulässt, dann drückt sie Werder Bremen die Daumen oder ist bei Arminia Bielefeld im Stadion.
Ein Kick hat ihr aber auch ein Turnier – eine Mini-WM für unter 10-Jährige – gegeben, bei dem Birgit Prinz und Steffi Jones die Schirmherrschaft hatten. „Das war eine ganz großartige Atmosphäre damals im Bochumer Stadion.“ So wurden die Ausnahmespielerinnen der deutschen Nationalmannschaft auch ihre Vorbilder. Nele Ullenbrock sieht den Frauenfußball generell auf dem richtigen Weg. Die Erfolge auf internationaler Ebene und starke Bundesligateams werben für den Frauenfußball. „Ein Sport, der Spaß macht. Und wenn man es einmal ausprobiert hat, dann macht man auch weiter. Teamgeist und Charakter im Frauenfußball sind für mich auch wichtige Argumente“, so die 25-Jährige, die hofft, dass auch in der heimischen Region noch mehr Mädchen Interesse finden. Leider habe man es in Varensell nicht geschafft, Nachwuchsteams aufzubauen. Außerdem gäbe es auch immer wieder Vereine, die auf regionaler Ebene die Frauenteams zurückziehen. „Dennoch: in Varensell hat das Team ein gutes Standing und ist den Männern gegenüber gleichberechtigt.“ Und der Verein ist stark daran interessiert, die Mädchen-Abteilung aufzubauen.
Nele Ullenbrock studiert jetzt Kommunikationsdesign und hat zuvor eine Ausbildung zur Mediengestalterin gemacht. Erfahrung im Nachwuchsbereich hat sie in Varensell als Trainerin schon gesammelt. „Warum nicht später mal in diese Schiene oder im Bereich Marketing beim Fußball.“
• Das nächste Heimspiel der GW Damen findet am 20. September um 14 Uhr gegen TuS Belecke statt.
