Rietberg (rdp). Volle Energie auf der Bühne, aber keine vollbesetzten Zuschauerränge. Dabei hielt die dritte Trumpet Night in der Cultura, was sie im Vorfeld versprochen hatte: Jazz, Funk und Pop auf höchstem Niveau – präsentiert von einer Band, die eigentlich aus sieben erstklassigen Solisten bestand, und als Team mit musikalischer Leidenschaft brillierte. Die Trompeten standen im Fokus, hielten untereinander imponierende Zwiegespräche und ließen den mitreißenden Dialog mit Keyboard, Drums, Gitarre, Bass und Stimme zu.
„Hier in der Cultura ist immer gute Atmosphäre“, freute sich der musikalische Notenschlüssel des Abends, Rüdiger Baldauf, auf den Auftritt. Er selbst gilt als einer der vielseitigsten Trompeter in Europa, der sich Gäste eingeladen hatte, die durch Spaß am Musizieren miteinander auch das Publikum vom ersten Takt an begeisterten. Mit seiner eigenen Interpretation von „Working Day and Night“ von Michael Jackson lebte er gleich zu Beginn des Konzertabends das hohe Niveau vor. Virtuos beherrschte er seine diversen Trompeten – immer jazzig oder funkig mit Klangfarben.
„Hätte ich mal mehr geübt“, gestand Johannes Wiethoff, Geschäftsführer von kulturig, der selbst auch Trompete im Musikverein Westerwiehe spielt, bei diesem musikalischem Hochkaräter ein. Ein „Come together“ von Spitzenmusikern, die gemeinsam mit Beatles-Songs ein weiteres Highlight setzten. Jazz-Urgestein Joo Kraus und Lorenzo Ludemann bewiesen an den Trompeten, was das Instrument alles kann. „Ich bin Schwabe, da bin ich so viel Lob gar nicht gewohnt“, stellte sich Kraus selbst in den Schatten, aus dem aber ein musikalisches Feuerwerk mit Ausstrahlung „good vibes“ kam.
Dazwischen immer wieder das Zusammenspiel mit den anderen Instrumenten und deren Künstlern, deren Visitenkarten Auftritte bei „TV Total“ oder mit Udo Jürgens, Sarah Connor, Peter Maffay verrieten: Bruno Müller – Komponist von „En minger Bud“ (Bläck Fööss) – ließ seine Gitarre sprechen, Thomas Heinz bewies den kraftvollen Beat an den Drums, Marius Goldhammer – auch mal bei BAP dabei – prägte am Bass den Groove und der „Neue“, Jan Lammert, zeigte, warum er als Keyboarder beim Montreux Jazz Festival war.
Die warme Soulstimme von Laith Al-Deen setzte dem Konzert die Krone auf. „Bilder von dir“, „Dein Lied“ oder „Keine wie du“, mit denen er Akzente in der Pop-Welt setzte, durften nicht fehlen. Im Arrangement mit Rüdiger Baldauf und Freunden ein Erlebnis.









