Neuenkirchen (rdp). „Wir haben als Neuling unsere Chance genutzt und eine sehr ausgeglichene Saison gespielt“, resümiert Thomas Sevic, Abteilungsverantwortlicher der TTSG Rietberg-Neuenkirchen. Denn der ersten Mannschaft gelang als Verbandsliga-Aufsteiger der Durchmarsch in die NRW-Liga. Das war sogar die dritte Meisterschaft in Folge: Im Jahr 2022 noch in der Bezirksliga, dann über die Landesliga zur Verbandsliga und schließlich die Krönung ins NRW-Oberhaus.
Auf 15 Siege kann die TTSG nach 22 Spielen verweisen mit einem Match-Verhältnis von 33:11 und 183:106 Spielen. Dabei überraschte die Rietberger-Neuenkirchener-Gemeinschaft, die seit 2007 aus Viktoria und Westfalia gegründet als eigener Verein existiert, nicht nur mit der sportlichen Leistung, sondern auch mit der Aufstellung. Denn zum „Herren-Team“ gehört auch mit der Chinesin Li Dong eine Dame. Ihre Bilanz mit 30:5 war bemerkenswert. Sie ist Abwehr-Spezialistin. Dass Frauen auch in Herrenteams spielen, sei in diesen Ligen durchaus möglich, erläutert Thomas Sevic, denn es gäbe immer weniger Damenmannschaften.
Eine Spielgemeinschaft war damals nicht erlaubt. Aber weil in Rietberg und Neuenkirchen die Spieler weniger wurden, musste gehandelt werden und die TTSG stand vor der Gründung. Ulrich Thol und Konrad Becker waren damals die Drahtzieher. Das Team startete in der Kreisliga, erreichte auch die Landesliga, zog sich dann aber während der Corona-Zeit freiwillig in die Bezirksliga zurück. Mit den Brüdern Paul und Jakob Reinkemeier schlossen sich wertvolle Neuzugänge der TTSG an. Torben Jarzembowski, Florian Demberg und Marvin Schlicker kamen nach und nach dazu, so dass der Erfolg nicht lange auf sich warten ließ.
Im September beginnt die neue Saison in der NRW-Liga. „Unsere Heimspiele finden immer am Samstag um 17.30 Uhr in der Sporthalle Diekamp statt“, lädt Mannschaftsbetreuer Bernd Ranta die Zuschauer herzlich ein, auf die ein schneller und abwechslungsreicher Sport wartet. Bei entscheidenden Spielen sei auch in der letzten Saison das Publikumsinteresse gut gewesen, so Ranta. Die Spiele können mal bis zu 4,5 Stunden dauern. Es werden 12 Einzel und 3 Doppel an jeweils 2 Platten gespielt. Klassenerhalt ist das gesetzte Ziel für die Saison 2026/27. Die Fahrten führen das Team hauptsächlich ins Ruhrgebiet. „Wir hoffen, dass wir wieder ohne Verletzungen gut durchkommen“, hofft Bernd Ranta. (Tisch)-Tennisarm, Sprunggelenkt oder Knie seien so die gefährdeten Zonen beim Tischtennis.
Die Dynamik des schnellen Sports, der technisch anspruchsvoll ist und zugleich auch Fitness im Kopf verlangt, hat Thomas Sevic – wohnhaft in Westerwiehe – stets begeistert. „Als 14-Jähriger habe ich in meiner Heimat Oelde fast alle Sportarten versucht, dann bin ich durch Klassenkameraden zum Tischtennis gekommen. Ausprobiert und hängen geblieben“, so Thomas Sevic.
„Als Elfjähriger habe ich meine erste Mini-Meisterschaft-Urkunde erhalten“, blickt Bernd Ranta zurück. Er spielte zuerst in Paderborn, wechselte dann zur Bezirksliga nach Schloß-Holte. „In der letzten Saison war ich noch Teil der ersten Mannschaft, aber die NRW-Liga geht über mein Niveau“, so Ranta, der als Mannschaftsbetreuer vielleicht auch zur Not mal wieder zum Schläger greifen könnte.
Aus Löhne-Böhfeld stieß Marvin Schlicker zum TTSG-Team. „Es war eher Zufall. Denn meine Mutter hat Tischtennis gespielt, aber nur auf einer eigenen Platte im Keller“, ist Schlicker dann dem Sport mit dem kleinen Ball treu geblieben Der Gewinn des „Milch Cup“ oder der Mini-Meisterschaft festigten das Interesse. „Der Fokus lag dann ganz auf Tischtennis, über Kreis- und Bezirksebene schließlich sogar bis zur Deutschen TT-Minimeisterschaft“, so der Offensivspieler.
Die TTSG Rietberg-Neuenkirchen ist mit der Jugendarbeit noch zufrieden. Aber es werde Zeit, mal wieder in den Schulen zu werben, betont Thomas Sevic. Denn Tischtennis sei ein Sport vom Kindesalter bis zum Seniorenbereich. Da sei man bei der TTSG auch noch gut aufgestellt.



