Die vielen „gelben Karten“ machten nachdenklich

Landtagspräsident André Kuper mit Aktion „Landtag macht Schule“ Gast in der Grundschule

Mit der richtigen Kulisse war eine Atmosphäre wie im Düsseldorfer Landtag geschaffen. Davor Präsident André Kuper.

Mastholte (rdp). Während die Frage „Wer bestimmt den Preis für den Döner?“ Landtagspräsident André Kuper bei seinem Besuch in der Rudolf-Bracht-Grundschule ein wenig überraschte, so wartete er schon gespannt auf die Standardfrage „Zu welchen Fußballverein halten Sie?“ Und es dauerte nicht lange, bis sich Kuper als Fan des SC Paderborn bekannte. 

Mit der Aktion „Landtag macht Schule“ war André Kuper zu Gast in Mastholte. „Als überparteilicher Repräsentant des Landtags ist mir die Begegnung mit Kindern und Jugendlichen ein zentrales Anliegen“, betonte der frühere Rietberger Bürgermeister, der im NRW-Landtag auf seine letzte Amtszeit blickt und bei den Landtagswahlen im kommenden Jahr nicht mehr kandidieren wird. „Wer schon in jungen Jahren Demokratie erlebt, hat eine gute Grundlage für später“, freute sich der 65-Jährige auf den Austausch mit den Grundschülern.

So hatte sich die Aula in einen Plenarsaal verwandelt. Ein Rednerpult stand vor der Kulisse des Landtags – natürlich in Bildern, die aber eine anschauliche Atmosphäre schafften. Die Grundschüler hätten meist unverblümtes Interesse und seien offen für viele Themen, berichtete André Kuper aus Erfahrung einiger Schulbesuche. Die Schülerinnen und Schüler der Rudolf-Bracht-Grundschule brauchten auch nicht lange, bis sie den Dialog mit dem Landtagspräsidenten aufnahmen. Teils niederschwellig mit Interesse am Urlaubsziel, Verdienst und Tagesablauf. Aber auch „Kennst Du meinen Papa bei der Verwaltung“ oder „Welches Auto fährst Du?“ – Privat natürlich einen Mini Cooper, brachte Kuper die jungen Zuhörer zum Schmunzeln.

Von Schulleiterin Annika Voß und Konrektorin Ann-Christin Stüttern auf den besonderen Tag gut vorbereitet, erfuhren die Schüler aber auch, dass es im laufenden Jahr bereits über 150 Ermahnungen – wie gelbe Karten –  im Plenarsaal gegeben hat (Vorjahr 112, früher sogar mal nur einstellig). Schließlich übten sie mit dem Präsidenten auch noch Debattenkultur: Rede und Gegenrede über beispielsweise „keine Hausaufgaben“. Man müsse sich bei Debatten in die Augen schauen können und fair miteinander umgehen, spornte Kuper an. Mutig traten die Grundschüler an das Pult.

Nach einem geübten „Hammelsprung“ machte es den Landtagspräsidenten auch froh, dass immerhin vier Schüler sich vorstellen konnten, auch mal Bürgermeister zu werden. 

Fotos: RSA/Pfaff