Die Meisterin des guten Tons setzt Klangmaßstäbe

Svenja Gehring erntet viel Lob für ihre Arbeit am Mischpult bei Veranstaltungen in der Cultura

Svenja Gehring hat das Programm in der Cultura fest im Blick und freut sich auf ihre Einsätze. Wie  hier bei „shrek“. Fo

Rietberg (rdp). „Vielen Dank für den guten Ton“, „ein Applaus für die Tontechnikerin“ und „Danke Svenja, für die perfekte Technik“ – kaum eine der Bands oder der Künstler, die in der Rietberger guten Stube für Kultur – der Cultura – auftreten, lässt sie für ihre erstklassige Arbeit unerwähnt. Die 29-jährige Svenja Gehring sorgt für den guten Ton und mehr. Mit Fachwissen und Leidenschaft betreut sie die meisten Veranstaltungen in der Cultura für das Rietberger Unternehmen „Pradler Veranstaltungstechnik“, dabei zeichnete sich der Weg erst durch ein Praktikum ab.

„Der Ton macht die Musik“ wissen die Künstler und Künstlerinnen das Handwerk von Svenja Gehring zu schätzen, die während der Auftritte hinter den Mischpulten sitzt und je nach Größe der Veranstaltung auch die Lichttechnik bedient oder Unterstützung dazu bekommt. „Beim Rockfestival sind wir sogar noch mehr“, erklärt die Rietbergerin, die manchmal auch „nur“ die eigenen Tontechniker der Bands unterstützen muss.

Ein Job, der jedenfalls vielseitig und abwechslungsreich ist. Dabei war der Weg zur „Fachkraft für Veranstaltungstechnik“ nicht vorgezeichnet. „Ich fand Konzerte schon immer toll“, könnte das Argument gewesen sein, warum sich Svenja im April 2017 für ein Praktikum bei Pradler entschied. Eine gute Wahl für sie, denn im August konnte sie dort mit der dreijährigen Ausbildung beginnen. Nur im Büro zu sitzen, wäre nicht so nach ihrer Vorstellung gewesen. „Den technischen Beruf fand ich da schon viel interessanter und habe mich beworben.“ Zum Aufgabengebiet gehören die Planung und Ausstattung einer Veranstaltung aus technischer Sicht sowie die Einrichtung von Bühnen- und Messeaufbauten, Projektions- und Beschallungsanlagen sowie Steuerungs- und IT-Netzwerke und Wissen über Elektrotechnik und Statik.

„Passend zu Corona war ich dann mit der Ausbildung fertig“, blickt Svenja Gehring zurück, die sich spezialisieren konnte. Neben Einsätzen bei Messen, Stadt- und Schützenfesten für Pradler durfte sie recht schnell die „Cultura“ übernehmen. „Es ist eine tolle Aufgabe“, freut sie sich über die Abwechslung und Kontakte. „Außerdem hat die Cultura als Shakespeare-Theater einen sehr guten Ruf; auch wenn manche Künstler scherzhaft von Dose oder Silo sprechen.“

Mit den Künstlern und Künstlerinnen wird im Vorfeld eine Anforderungsliste besprochen. „Am Veranstaltungstag treffen wir uns dann entweder schon am Morgen oder später am Mittag zum Ortstermin, um die Details zu klären“, so Svenja Gehring. Große Produktionen haben oft eigene Technik im Gepäck, dann müssen die Kabel stimmen und das Netzwerk passend zur Cultura geschaffen werden. Ansonsten ist die heimische Kulturhalle technisch auch gut ausgestattet. Manchmal sei es allerdings schwierig die Balkone zu beschallen. „Wenn dann die Veranstaltung läuft, ist es wichtig, viel mit Gefühl abzustimmen, dass Gesang, Instrumente oder Moderatoren auf einer Ebene sind. Je nach Instrument muss man auch mal forcieren oder den Gesang verfeinern.“ Mit einer Set-Liste am Pult ist Svenja auf alles vorbereitet. „Bands sind oft interessanter und spannender, Orchester anspruchsvoller.“

Durch ein Konzert von Wincent Weiss in Rietberg ist Svenja selbst zum Fan geworden und versucht auch regelmäßig seine Konzerte live zu verfolgen. Obwohl sie sonst eher Rock und New-Metal hört. „Die Ärzte“ und „Linkin Park“ waren ihre persönlichen Highlights. Aber mit Wincent Weiss in der Cultura sei es „schon ziemlich cool“ gewesen. Denn der Sänger habe nach seinem Auftritt das Technikteam zum Kneipenbummel nach dem Konzert eingeladen. „Immer wieder neue, nette Leute kennenzulernen, das ist auch ein Plus meines Jobs.“

Wenn die Zeit bleibt ist Svenja Gehring gern kreativ mit Malen, Basteln oder Fotografieren. „Drei Akkorde auf der Gitarre“, umschreibt sie das eigene Musizieren. Aber Schlagzeug, „da hätte ich noch Lust drauf“. Den richtigen Ton würde sie treffen.

 

Fotos: Pfaff/privat