Rietberg. Wechsel an der Spitze der CDU Rietberg: Bei der Mitgliederversammlung im Kolpinghaus Neuenkirchen ist Diana Kochtokrax mit großer Mehrheit zur neuen Vorsitzenden gewählt worden. 55 wahlberechtigte Mitglieder nahmen an der Versammlung teil. Kochtokrax folgt auf Christian Brockschnieder, der acht Jahre Vorsitzender war.
In ihrer Rede stellte die neue Vorsitzende vor allem den Blick nach vorn in den Mittelpunkt. Sie warb für eine enge Zusammenarbeit, ein starkes Gemeinschaftsgefühl und eine offene, engagierte Parteiarbeit. „Wir wollen zuhören aber auch gemeinsam anpacken, neue Ideen aufnehmen und als CDU Rietberg geschlossen und mit Freude an der politischen Arbeit auftreten“, machte Kochtokrax deutlich.
Christian Brockschnieder nutzte die Versammlung für einen Rückblick auf seine acht Jahre an der Spitze des Stadtverbandes. Dabei hob er insbesondere das Engagement der Mitglieder und die Entwicklung der CDU Rietberg in den vergangenen Jahren hervor. Zugleich begründete er seinen Rückzug mit dem Wunsch nach einem bewussten Wechsel: „Nach acht Jahren ist es gut, neuen Ideen und neuen Impulsen Raum zu geben. Frischer Wind tut einer Partei gut – und zugleich bleibt vieles von dem bestehen, was wir gemeinsam aufgebaut haben“, sagte er.
Mit Diana Kochtokrax als Vorsitzende wurde auch eine starke Mannschaft in den Vorstand gewählt. Viele neue Engagierte, vom 18-jährigen Junge Union-Mitglied bis hin zur Senioren Union sind alle Generationen vertreten. Dies wird in der CDU als Stärke empfunden.
Neben den Vorstandswahlen standen auch politische Themen auf der Tagesordnung. Michael Praest ging in seinem Beitrag auf aktuelle landespolitische Fragen und die politischen Ziele mit Blick auf die Landtagswahl im kommenden Jahr ein. Auch Marco Talarico setzte in seinem Redebeitrag weitere Akzente für die politische Arbeit der CDU-Ratsfraktion.
Die Mitgliederversammlung verlief in konstruktiver und geschlossener Atmosphäre. Die hohe Beteiligung und das klare Wahlergebnis für Diana Kochtokrax wertet der Stadtverband als gutes Signal für die kommenden Aufgaben. Mit dem Wechsel an der Spitze setzt die CDU Rietberg auf eine Verbindung aus Kontinuität und neuen Impulsen. Kochtokrax will die Arbeit des Stadtverbandes gemeinsam mit dem Vorstand und den Mitgliedern fortentwickeln und dabei sowohl die kommunalpolitischen Themen in Rietberg als auch die anstehenden landespolitischen Herausforderungen in den Blick nehmen.

„Drei Fragen an…“ Diana Kochtokrax
Rietberg (rdp). Die neue Vorsitzende der CDU Rietberg, Diana Kochtokrax, stellte sich nach ihrer Wahl „Drei Fragen an…“ und gab dem RSA Einblicke in ihre lokalpolitischen Ziele.
Welche Impulse möchten Sie als Vorsitzende des CDU Stadtverbandes setzen
Neben den politischen Themen, die durch unsere Fraktion bearbeitet werden, möchte ich im Stadtverband weiterhin vor allem auf Kontakt, Präsenz und echtes Zuhören setzen. Mir ist wichtig, die Menschen in Rietberg und Umgebung zu sehen, ihre Anliegen wahrzunehmen und zu verstehen, was sie bewegt.
Dabei möchte ich als Stadtverband auch ganz bewusst den Blick auf unsere Ortsverbände richten. Dort findet bereits eine sehr enge, engagierte und gute Arbeit vor Ort statt. Der Stadtverband kann diese Arbeit unterstützen, weiterhin tiefe Verbindungen schaffen und insbesondere durch gemeinsame Veranstaltungen den Austausch und das Miteinander fördern.
Bei der Zusammensetzung unseres Stadtverbandsvorstands war uns besonders wichtig, unterschiedliche Generationen zusammenzubringen. Ich freue mich sehr, dass uns das mit dem neu gewählten Vorstand gelungen ist. Auch unsere Ortsvorsteher sind als berufene Mitglieder eingebunden und bereichern die Arbeit durch ihre Erfahrungen und ihre Nähe zu den einzelnen Ortsteilen.
Für mich persönlich bedeutet dieses Amt auch, präsent und ansprechbar zu sein. Gleichzeitig ist mir ein starkes Team besonders wichtig, denn politische Arbeit gelingt für mich nur gemeinsam.
Gerade in Rietberg erleben wir, dass viele Menschen politische Arbeit noch sehr unmittelbar wahrnehmen und nachvollziehen können. Dieses Vertrauen ist ein großes Gut. Gleichzeitig wissen wir, dass das Vertrauen in Politik insgesamt in den vergangenen Jahren gelitten hat. Deshalb müssen wir vorhandenes Vertrauen bewahren und neues Vertrauen aufbauen – durch Verlässlichkeit, Transparenz, Nähe und eine Politik, die für die Menschen verständlich bleibt.
Wie möchten Sie Parteipolitik für die Bürgerinnen und Bürger (wieder) interessant machen?
Es sind sicherlich herausfordernde Zeiten, um Menschen für Politik zu begeistern. Gleichzeitig sind es aber genau diese Zeiten, in denen wir dafür werben sollten, sich einzumischen, Verantwortung zu übernehmen und unsere Gesellschaft aktiv mitzugestalten.
Mir und dem gesamten Team des Stadtverbandes ist wichtig, deutlich zu machen, dass Politik auf ganz unterschiedlichen Ebenen stattfindet und ein wesentlicher Bestandteil unseres Zusammenlebens ist. Das beginnt nicht erst in Berlin oder Düsseldorf, sondern auch direkt vor unserer Haustür.
Damit Menschen sich darauf einlassen, muss Politik verlässlich und nachvollziehbar sein. Vertrauen entsteht aus meiner Sicht vor allem dort, wo Menschen einander kennen, miteinander sprechen und erleben, dass Worte und Handlungen zusammenpassen.
Deshalb halte ich viele kleinere Veranstaltungen, persönliche Begegnungen, regelmäßige Berichte über unsere Arbeit, eine gute Präsenz in den sozialen Medien und vor allem ein authentisches und ehrliches Auftreten für den richtigen Weg.
Dazu gehört für mich auch, offen darüber zu sprechen, dass die kommenden Jahre nicht unbedingt einfacher werden. Trotzdem können wir gemeinsam viel Gutes erreichen und gestalten, wenn wir bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und miteinander nach Lösungen zu suchen.
Und ich möchte auch zeigen, wie viel Freude und persönliche Zufriedenheit in politischem und ehrenamtlichem Engagement liegen kann. Wenn man gemeinsam lange für etwas gearbeitet, diskutiert und gerungen hat und schließlich sieht, dass daraus etwas Gutes entstanden ist, ist das ein wunderbares Gefühl.
Sie kennen mich: Ich glaube, dass zufriedene Menschen oft auch glückliche Menschen sind. Und wo Menschen sich wohl, ernst genommen und sicher fühlen, kann auch Vertrauen wachsen.
Haben Sie ein politisches Vorbild?
Grundsätzlich sind für mich alle politisch engagierten Menschen Vorbilder, die es schaffen, andere zu begeistern und mitzunehmen, dabei ehrlich und authentisch bleiben und auch in schwierigen Situationen nicht aufgeben. Menschen, die Herausforderungen annehmen, dranbleiben, nach Lösungen suchen und zugleich den Blick für die guten Seiten bewahren, beeindrucken mich besonders.
Ein konkretes politisches Vorbild ist für mich Angela Merkel. Mich haben ihre Persönlichkeit und insbesondere ihre Art angesprochen, auch in schwierigen Situationen ruhig und besonnen aufzutreten.
Beeindruckt hat mich vor allem die Art, wie sie über viele Jahre politische Verantwortung getragen und in herausfordernden Zeiten versucht hat, Orientierung und Sicherheit zu vermitteln.
Dabei bedeutet ein politisches Vorbild für mich nicht, jede Entscheidung genauso treffen zu müssen. Vielmehr geht es um Eigenschaften und eine Haltung, an denen man sich orientieren kann. Ihre ruhige, sachliche und zugleich sehr besondere Art der politischen Führung hat mich persönlich geprägt und politisch angesprochen.
