Bernd Rehling, Bertwald Adrian, Martin Quilitz, Anja Rodenbeck, Stefan Lind. Foto: privat
Rietberg. Martin Quilitz, der Mann in dem rot karierten Anzug, hatte am Montag zum 2. Mal – passenderweise – ins Rietberger Heimathaus eingeladen, um mit seinen Gästen über ihre Heimatgefühle zu sprechen. Er selbst ist gebürtiger Rietberger, hat viele alte Freunde hier und empfindet Rietberg und seine Bewohner als Heimat. Aber auch Potsdam ist für ihn Heimat, denn dort lebt er mit seiner Familie und neuen Freunden.
Anders sieht es bei Bernd Rehling aus. Er kam nach Rietberg und blieb. Als seine Eltern mit ihm als 7-Jährigem von Gütersloh auf einen kleinen Kotten in Rietberg zogen, fühlte er sich sofort heimisch. Man lebte damals mit mehreren Generationen zusammen, alte Leute wurden mit Respekt behandelt und das hat ihn geprägt. Hausschlachtungen und Hausmannskost wecken in ihm nach wie vor Heimatgefühle. Rehling hat aber schnell erkannt, dass man sich um seine Heimat kümmern muss, dass jeder Einzelne dabei gefragt ist. Durch seine Selbständigkeit als ehemaliger Herausgeber des Rietberger Stadtanzeigers und als Büttenredner im Rietberger Karneval hat er oft „den Finger in die Wunde gelegt“. Er hat sich nie gescheut, auch politische und aufrührende Themen zu bearbeiten. Aber immer, ohne zu beleidigen. Bernd Rehling hat in der Vergangenheit häufig die Stadt mitgestaltet. Ein Beispiel dafür ist das Marketing mit allen Ortsteilen zusammen, das er mit anderen engagierten Menschen ins Leben rief. Und dieses „Zusammen etwas bewegen“ liegt ihm noch immer am Herzen.
Und das eint ihn mit Anja Rodenbeck. Sie lebt im Ortsteil Westerwiehe und ist mit vollem Herzen Rietbergerin. Kirchturmdenken ist für sie ein Gräuel. Gemeinsam kann man etwas bewegen und seine Heimat gestalten. Das hat sie selbst vor vielen Jahren bei der Landesgartenschau, bei der sie aktiv mitgearbeitet hat, in Rietberg erlebt. Andre Kuper hat es damals geschafft, über 3000 Menschen zu motivieren, ehrenamtlich mitanzupacken, und es ist etwas Großes entstanden. Anja Rodenbeck hat immer viele Ideen im Kopf. Statt ihres Bullys müsste sie eigentlich den Namen „Hans Dampf“ tragen. Sie wird auch zukünftig in der Gemeinschaft etwas für Rietberg entwickeln, über die Ortsteile hinaus. Denn sie liebt ihre Heimat.
Bertwald Adrian, seines Zeichens Rietberger Ortsvorsteher, ist mit Leib und Seele Rietberger. Durch seine frühere Selbständigkeit als Fahrlehrer kennt er gefühlt jeden Einwohner persönlich. Das führt dazu, dass jeder Rietberger ihn persönlich anspricht, wenn in der Stadt irgendwo „der Schuh drückt“.
Stefan Lind ist der Einzige in der Runde, der nicht in Rietberg gelebt hat. Trotzdem empfindet er Rietberg als Heimat. Denn er hat hier lange beim RSA als Journalist gearbeitet und die Rietberger in- und auswendig kennengelernt. Dass er in seinem Leben häufig Interviews geführt hat, wurde auch beim Quilitz-Abend deutlich. Quilitz: „Das ist sehr angenehm für mich, dass du dir die Fragen selbst stellst und beantwortest“. Auf diese Weise gab Lind Insidergeschichten preis. Für ihn sind die Menschen hier aber mehr als nur Gesprächspartner, sie sind ein Stück Heimat.
Damit die über 60 Gäste im Heimathaus zwischen den interessanten Gesprächen auch mal durchatmen konnten, hatte Martin Quilitz Kai Dziock und Johanna Schulze-Bomke engagiert. Für ihre musikalische Darbietung erhielten sie, genauso wie die Gesprächsgäste und Quilitz, Applaus.
