Dr. Karl Stadtmann, Leiter der KVWL-Bezirksstelle Bielefeld (Foto: KVWL)
Bielefeld. Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) stellt den ärztlichen Bereitschaftsdienst in Bielefeld zukunftsgerecht neu auf: Ab Juli werden Patientinnen und Patienten aus Bielefeld und Umgebung mit akuten Beschwerden abends und am Wochenende in einer neuen Portalpraxis im Notfall- & Intensivmedizinischen Zentrum des Klinikums Bielefeld (Teutoburger Straße) behandelt.
Nach dem Umzug innerhalb des Klinikums bleiben die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte weiterhin Ansprechpartner für Akutfälle, wenn die örtlichen Praxen geschlossen sind. Neu ist allerdings die Inbetriebnahme einer Portalpraxis. Sie bildet gemeinsam mit der Zentralen Notaufnahme das Herzstück des Klinik-Neubaus am Klinikum Bielefeld-Mitte. Zunächst nimmt am 1. Juli der allgemeine ärztliche Bereitschaftsdienst seinen Betrieb auf, am 1. August ziehen die Hals-Nasen-Ohrenärzte in den Neubau.
Ein-Tresen-Lösung
Dr. Karl Stadtmann, Leiter der KVWL-Bezirksstelle Bielefeld, erklärt den für Bielefeld neuen Begriff der Portalpraxis: „Dort werden alle Patienten, die sich mit einem akuten medizinischen Problem vorstellen, zunächst an einem gemeinsamen Tresen empfangen. Die fachkundigen Mitarbeitenden entscheiden dann, ob die Behandlung weiter ambulant durch den ärztlichen Bereitschaftsdienst der KVWL in der Portalpraxis, ambulant im Krankenhaus mit erweiterten Diagnostik-Leistungen oder aber stationär im Klinikum stattfindet.“
„Kommt den Patienten zugute“
Dr. Stadtmann ist vom neuen Konzept überzeugt: „Diese gemeinsame Annahme und Einschätzung der Patienten ist für alle Seiten vorteilhaft und ein entscheidendes Kriterium für eine Portalpraxis. Sie bietet außerdem die besten Voraussetzungen für eine noch engere und bessere Zusammenarbeit zwischen Klinik-Personal und Bereitschaftsdienst-Team. Notfallmedizinische Kompetenz der Klinik und allgemeinmedizinische und augenärztliche Expertise der Niedergelassenen greifen hier Hand in Hand – das kommt in erster Linie den Patienten zugute. Mit den neuen Strukturen erfüllen wir zudem schon heute politische Reformgedanken.“
Integrierte Notfallmedizin auf neuestem Stand
Auch das Klinikum Bielefeld begrüßt die stärkere Verzahnung der Notfallmedizin. „Der Neubau an unserem Standort Mitte entspricht den modernsten medizinischen und organisatorischen Standards. Die enge Verzahnung von ambulanter und stationärer Notfallversorgung ermöglicht eine strukturierte Ersteinschätzung sowie schnellere Behandlungsabläufe für unsere Patientinnen und Patienten,“ erklärt Michael Ackermann, Geschäftsführer des Klinikums Bielefeld.
Patientenservice 116 117 bleibt wichtige Schnittschnelle
„Ob der Weg in die neue Portalpraxis überhaupt notwendig ist, sollte vorab mithilfe des Patienten-Navi auf www.116117.de oder durch einen Anruf bei der Service-Rufnummer 116 117 geklärt werden“, ergänzt Dr. Stadtmann und erläutert: „Unter dieser kostenfrei erreichbaren Telefonnummer nimmt zunächst medizinisch geschultes Personal eine fundierte Ersteinschätzung vor. Die Mitarbeitenden können so die Behandlungsdringlichkeit und die Notwendigkeit einer Untersuchung in der KV-Bereitschaftspraxis ermitteln. In vielen Fällen kann der Besuch durch ein Gespräch mit einem Arzt per Videotelefonie ersetzt werden. Die Mitarbeitenden der 116 117 übernehmen die Koordination für eine solche Videosprechstunde.“ Alternativ ist die 116 117 auch via App erreichbar.
