Rietberg (rdp). Sie lebt es vor; ja hat viel Freude daran, sich mit Klimaschutz zu beschäftigen, und geht forschend für sich auch mal der Frage nach, was ist nachhaltiger: Die Nutzung eines Körnerkissens oder die klassische Wärmflasche. Wibke Kordtomeikel hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht und ist seit einem Jahr die Klimamanagerin der Stadt.
„Als die Stelle in Rietberg frei wurde, habe ich mich sofort beworben“, sagt die 31-jährige Rietbergerin, die nach Studium und ersten Berufserfahrungen im Ruhrgebiet wieder in die Heimat zurückkehrte. Mit im Gepäck hatte sie einen Bachelor-Abschluss in Sozialwissenschaften sowie einen Master-Abschluss in angewandter Nachhaltigkeit mit einer Arbeit zum Thema „nachhaltige Mobilität“.
Die Aufgaben von Wibke Kordtomeikel sind vielseitig, fußen auch auf die seit Jahren praktizierte positive Einstellung der Stadt Rietberg zum Klimaschutz. So gibt es seit 30 Jahren schon die Kooperation mit der Energieberatung der Verbraucherzentrale NRW, bis 2024 ein kommunales Förderprogramm sowie den Klimabeirat – ein Gremium, das regelmäßig tagt und zudem Themen eingebracht werden können. „Hier führe ich die Fäden zusammen, versuche bei den Menschen zu hören, welche Themen ihnen wichtig sind oder aktuell auf den Nägeln brennen“, möchte Wibke Kordtomeikel nicht den Zeigefinger erheben, sondern hören, was die Menschen beschäftigt. Regelmäßiger Austausch in der Kooperation der Stadt mit den Kitas und den Schulen in der Initiative „Klimaschutz bildet“ gehört ebenfalls zu den Aufgaben der Klimaschutzmanagerin, die diese Treffen sehr schätzt: „Dadurch kann ich die Einrichtungen und deren Ideen kennenlernen und im Gegenzug das Programm der Stadt vorstellen. Es muss ja nicht jeder das Rad neu erfinden.“ Außerdem unterstützt die Stadt auch finanziell viele Initiativen wie Müllsammelaktionen oder die Kita-Waldwochen.
Die Stadt möchte den Windenergieausbau aktiv voranbringen und bis zum Jahr 2030 den in Rietberg benötigten Strom vor Ort erzeugen. Da die Stadt keine eigenen Flächen dafür hat, hat sich eine Projekt-GbR gegründet, in der Eigentümer von Flächen mit Windpotenzial die Möglichkeiten prüfen und auch z.B. Artenschutz-Gutachten erstellen lassen.
Innerhalb der Verwaltung achtet Wibke Kordtomeikel auf den Klimaschutz. Neuen Mitarbeitenden und Azubis stellt sie die Projekte vor und kann auch mal beharrlich nachhaken, wenn es um die Ziele einer klimaneutralen Verwaltung geht. „Klimaschutz sollte eine Pflichtaufgabe für Kommunen sein und keine freiwillige Leistung. Gute Regeln auf Landes- oder Bundesebene würden unsere Aufgaben erleichtern.“ Mit guter Kommunikation und dem Werben um Verständnis möchte Kordtomeikel ermuntern, die eigene Bequemlichkeit im Sinne des Klimaschutzes zu verlassen. Zu den Terminen gehören die Klimawoche vom 28. April bis 4. Mai, der Mobilitätstag am 16. September oder das Stadtradeln im Mai.