Dechant Thomas Hengstebeck verlas das Profanierungsdekret des Erzbistums Paderborn. (Foto: RSA/Pfaff)
Druffel (rdp). Um 18.30 Uhr war es besiegelt. Mit dem Löschen des „Ewigen Lichtes“ durch Pfarrer Andreas Zander und der Verlesung des erzbischöflichen Dekretes von Dechant Thomas Hengstebeck war die Herz-Jesu Kirche in Druffel am Sonntag (4.10.) profaniert und darf nun für andere Zwecke genutzt werden. Demnach sollen hier Wohnungen entstehen, die in den Mauern des bisherigen Kirchengebäudes errichtet werden sollen.
Für viele Besucher des letzten Gottesdienstes in der Herz-Jesu Kirche, die 1956 vom damaligen Kardinal Jäger eingeweiht wurde, war es ein trauriger Moment, der in einer Erinnerungskarte verteilt wurde und auf den Punkt zutraf: „Steine können sich verändern, Orte können sich wandeln, doch was Menschen hier erlebt haben, bleibt.“ Mit dem Löschen des „Ewigen Lichtes“ und dem Dekret, das keine bischöfliche Begleitung aus Paderborn erhielt, ist eine Kirchengeschichte in Druffel jedoch beendet. „Wenn es immer so voll wie heute hier im Kirchenraum gewesen wäre“, betonter Pfarrer Andreas Zander vielsagend. Nun müsse man mit den Konsequenzen leben. In diese Entscheidung waren sowohl der Pastorale Raum als auch die Schützen aus Druffel und der Ortsvorstand letztlich eingebunden. Vieles ist auch schon nach Bokel verlagert worden. „Wir müssen gemeinsam nun diesen Schritt gehen. Sie alle tragen mit die Verantwortung, dass es in Rietberg nicht auch an anderer Stelle passiert. Keine Kirche ist sicher“, so Zander weiter.
Weder Durchhalteparolen noch eine Trauerrede wolle er halten, betonte Dechant Hengstebeck. Trotz aller Erinnerungen und einem persönlichen Schmerz bei jeder Kirchenschließung wolle er aufmuntern. Seine persönliche „Herz Jesu“-Erfahrung aus Studienzeiten habe ihm klar gemacht, dass „Jesu sein Herz nicht verschließe“. Mit seinem Primizspruch „Komme alle zu mir, die ihr euch plagt und schwer Lasen zu tragen haben“ forderte Hengstebeck auf, diesen Halt auch in Rietberg oder Neuenkirchen finden zu können.
Emotional wurde es nochmals als Diakon Heinz Kaupenjohann, der wie ein Löwe um die Kirche gekämpft habe, seine Worte unter viel Applaus sprach. Dagegen war das Dekret, so Hengstebeck, trocken und sachlich. Die Kirche werde zu profanen Zwecken zugeführt und sakrale Gegenstände seien zu entfernen. Klar ist bisher: Der Altar kommt in die Miniburg nach Mastholte, die Glocken werden in Neuenkirchen zwischengelagert ebenso die Figuren „Maria und Josef“. Die Krippe bleibt in Druffel.




















