Julius Kusch krönt Karriere mit Europameistertitel

Baseball ist auch ein Lebensgefühl – Rietberger Top-Pitcher der U12 bei Untouchables Paderborn

Julius Kusch - beim Baseball-Training in Paderborn. (Foto: RSA/Pfaff)

Leistungsträger der U12 der Untouchables Paderborn und Europameister: Julius Kusch mit Baseball-Schläger, Jona Butt als Catcher.  (Foto: RSA/Pfaff)

 

 

 

Rietberg/Paderborn (rdp). Ein Nachmittag im Spätsommer. Von der kleinen Tribüne eröffnet sich ein weiter Blick über das beeindruckende Sportgelände. Auf einer Gesamtfläche von 32.200 qm präsentiert sich der Ahorn-Ballpark – das Zuhause des Untouchables Paderborner Baseball Clubs. Eine der schönsten und größten Baseballanlagen in Deutschland mit drei Anlagen – Haupt-, Schüler- und Breitensportfeld – sowie die sportspezifische Infrastruktur ermöglichen beste Bedingungen und macht den Standort auch zum Leistungsstückpunkt.

Gleich ist Trainingsbeginn für die U12. Die Spieler treffen ein, meist begleitet von einem Elternteil. Während die Jungs zur Umkleidekabine eilen und im unverkennbaren Baseballdress zurückkehren, zeichnet sich am Rande der Trainingsanlage ab, was diesen Sport ausmacht: Baseball als Lebensgefühl. Der Picknick-Korb wird ausgepackt. Man sitzt zusammen und unterhalt sich wie bei einer großen Familie. Währenddessen läuft das Training an mit viel Disziplin. Und wie es sich für ein Leistungszentrum gehört mit dem professionellen Warm-Up – ohne Ball und Schläger.

„Die machen das großartig“, stimmt Fabian Kusch der Arbeit von Headcoach Alex Szalay und Dominik Buder (Nachwuchskoordinator Untouchables und U12-Bundestrainer) zu als er auf der Tribüne Platz nimmt. Er könne davon auch lernen, so der Rietberger, der selbst auch Trainer bei den Verler „Yaks“ ist. Doch zugleich gilt seine Aufmerksamkeit Sohn Julius. Denn der Vater ist stolz, immerhin konnte er seine Familie mit dem Virus „Baseball“ anstecken. Und das mit Erfolg. Denn Julius (11) feierte im Juli seinen bisher größten sportlichen Triumph, als er mit der deutschen U12-Nationalmannschaft durch einen 6:4-Sieg im Finale gegen Tschechien Europameister wurde. „Auch Milos Schumacher und Jona Butt, seine beiden Teamkameraden hier in Paderborn, gehören zum EM-Kader!“

Mittlerweile kommen beim Training Schläger und Bälle, die rund 142 Gramm wiegen und einen festen Korkkern haben, ins Spiel. Zeit für einen Rückblick: Fabisch Kusch, der auch mal in der Rap-Szene musizierte, war vom amerikanischen Sport immer schon angefixt. Als den überzeugten Cap-Träger, der sich nach Fußball schon eher vom Skateboard überzeugen ließ, der Bruder aus Amerika eine echte Keule und Handschuhe vom Baseball mitbracht, war die große Liebe perfekt. Fabian schloss sich erst den „Farmers“ dann später den „Yaks“ in Verl an, infizierte erst den älteren Sohn Leonard (18) und schließlich Julius, dessen Talent schnell in Paderborn im August 2025 erkannt wurde.

Unten auf dem Platz beweist Julius seine Stärke als Pitcher – also dem Werfer. Julius starken Wurfarm bemerkt man auch beim Werfen mit seinem Teamkollegen Jona. Die Würfe der beiden „Pitcher“ beim „warm-up“ sind präzise und erreichen beim sogenannten „Long-Toss“ eine zielgenaue und beachtliche Weite. „Es ist cool, wenn man große Distanzen bis 62 Meter schafft“, bestätigt der Rietberger Nachwuchsspieler, der auf dem Spielfeld aber eine Doppelrolle einnehmen kann als Two-Way-Player: Zum einen als Werfer (Pitcher), zum anderen als Fänger/Infielder (Catcher). Damit wurde er für das Nationalteam interessant, bei dem halbjährlich die Leistungen im „Call up“ überprüft werden. Seine bisherigen Erfolge können sich sehen lassen: U10 Carl Ripken International Babe Ruth Tournement in Vincennes/Indiana (USA) mit dem Future Stars vom Team Germany, U12 Europameister, Silbermedaille beim Kids Cup mit dem Auswahlteam der Deutschen Baseball Akademie, NRW-Auswahl beim Länderpokal und vieles mehr sprechen für seine Nervenstärke und Kontrolle

„Es ist ein Sport auf einem hohen Level, bei dem man auch viele Varianten spielen kann“, erklärt Vereinskamerad Jona Butt in der Trainingspause. Hand-Augen-Koordination, Wurftechnik und Athletik sind Voraussetzungen für einen erfolgreichen Baseballer. In der U12 wird zweimal in der Woche zwei Stunden trainiert, in der U15 dann schon dreimal. Natürlich sei das zeitaufwendig, räumt Vater Fabian Kusch ein, aber bei Julius, der das Gymnasium in Rietberg besucht, stimmten hier wie dort die Leistungen. Der Sport ist wie ein zweites Zuhause, egal ob durch seine „Home-Runs“, „RBIs“ und „Strike-Outs“ für Julius ist Baseball mehr als nur ein Hobby.  Baseball ist auch ein Lebensgefühl mit Familiencharakter.