Studie beleuchtet Wirtschaftsfaktor Tourismus

Ausflüge und Übernachtungen generieren fast 900 Euro Umsatz pro Kopf

Unterwegs im Kreis Gütersloh: Reisende und Ausflügler sorgen im Kreis für mehr als 300 Millionen Euro Umsatz in den 13 StÃ

Kreis Gütersloh. Mehr als 317 Millionen Euro wurden im Jahr 2025 im Tourismus- und Freizeitgeschäft im Kreis Gütersloh umgesetzt. Davon profitiert nicht nur das Gastgewerbe, sondern auch Einzelhändler und Dienstleister im Kreis Gütersloh. Diese Zahl wurde gemeinsam mit weiteren wirtschaftlichen Kennzahlen in einer Untersuchung zum „Wirtschaftsfaktor Tourismus“, die im Auftrag des Teutoburger Wald Tourismus der OstWestfalenLippe GmbH erstellt wurde, erhoben.

Sehenswerte Naturerlebnisse, gut gepflegte Rad- und Wanderwege oder spannende Museen und Ausflugsziele – diese Standortfaktoren machen eine Region nicht nur für Bürgerinnen und Bürger attraktiv, sondern punkten auch bei Reisenden. Welchen Einfluss dieser Wirtschaftsfaktor hat, zeigt die neue Untersuchung, die Zahlen OWL-weit und für jeden Kreis der Region sowie für die Stadt Bielefeld erhoben hat.

Für den Kreis Gütersloh gibt die Statistik einen Umsatz von 317 Millionen Euro im Bereich Freizeit und Tourismus aus. Das sind umgerechnet auf die Einwohnerzahl 873 € pro Kopf. Fast 70 Prozent dieses Ergebnisses geht dabei auf Tagesreisende zurück. Dabei verbleibt nicht der gesamte Umsatz bei Unterkünften und Freizeitzielen – ein Drittel des Umsatzes fließt in den Einzelhandel und fast ein Fünftel schlägt sich bei Dienstleistern im Kreis Gütersloh nieder. „Der Tourismus ist eine klassische Querschnittsbranche. Egal ob Gastgewerbe, Einzelhandel, Dienstleistende oder Zuliefernde und Handwerksbetriebe, es gibt kaum einen Wirtschaftsbereich, der nicht vom Tourismus profitiert“, heißt es in der Untersuchung der Tourismusberatung dwif aus München.

Auch die Arbeitsmarkteffekte werden in der Studie beleuchtet. So reicht die Wertschöpfung – das Einkommen, das aus diesen Umsätzen in der Region entsteht (Löhne, Gehälter und Gewinne) rechnerisch für mehr als 4.000 Vollzeitarbeitsplätze im Kreis Gütersloh aus. Reisen und Ausflüge sorgen zudem für Steuereinnahmen. Fast 30 Millionen Euro kamen im Jahr 2025 so allein aus Mehrwert- und Einkommensteuer zusammen. Hinzu kommen noch weitere Einnahmen wie etwa die Gewerbe- oder Grundsteuer, wovon kommunale Haushalte profitieren. „Der Bereich Freizeit und Tourismus ist ein Wirtschaftsbereich, der vielen Menschen im Kreis Gütersloh mit verschiedenen Qualifikationen und Hintergründen Beschäftigungsmöglichkeiten bietet“, sagt Nikola Weber, Geschäftsführerin der pro Wirtschaft GT. „Deshalb arbeiten wir daran, den Kreis Gütersloh als attraktiven Freizeit- und Reisestandort weiterzuentwickeln und ihn noch sichtbarer zu machen“, so Weber.

Vergleicht man die aktuelle Studie mit einer früheren Erhebung für das Jahr 2019, zeigt sich: Nicht alle Werte haben sich positiv entwickelt. Während der Gesamtumsatz sowie die Erlöse bei Übernachtungen und im Gastgewerbe gestiegen sind, ist der Umsatz im Einzelhandel um fast 15 Prozent gesunken. Laut dwif ist die Verlagerung ins Online-Geschäft ein wesentlicher Faktor für diesen Rückgang.

OWL-weit entfallen fast 3,3 Milliarden Euro Umsatz auf den Wirtschaftsfaktor Tourismus. „Diese Studie ist wichtig, weil sie die wirtschaftliche Bedeutung der zuweilen in unserer Region noch unterschätzten Tourismusbranche eindrucksvoll belegt“, erklärt Meinolf Haase, Landrat des Kreises Lippe und Vorsitzender des Fachbeirats Tourismus der OstWestfalenLippe GmbH. „Eine attraktive Freizeitinfrastruktur ist zudem bei der Gewinnung von Fachkräften für die Unternehmen in unserer Region ein echtes Plus“, betont Haase.