Westerwiehe weiß wie Karneval geht

Brodelnde Stimmung in Seppels Saal – eigene Aktive glänzten bravourös

Westerwiehe (dg). Mit Hintergrund nennen sie ihren Ort Kükendorf. Am vergangenen Freitag machten sie ihrem Namen alle Ehre. Brüteten bei der ersten Sitzung der Narren ein karnevalistisches Überraschungs-Ei nach dem anderen aus, die Aktiven vom Westerwieher Karnevalsverein. Eine geballte Ladung an tänzerischen Höchstleistungen und Showelementen bündelten alle eigenen Garden. Amateure mit profihafter Ausstrahlung. Ob temperamentvolle Gardeküken, -teenies, Art of Akt, Fascination und Beach Boys, alle brillierten bei ihren Auftritten und hatten noch Kondition für frenetisch geforderte Zugaben. Einfach großartig! Pünktlich um 19.11 Uhr, Einmarsch vom Elferrat zu den Rhythmen der Band „For You Live“. Peter Strathoff stellt im Präsidentenamt mit Daniel Stahlberg seinen jungen Nachfolger vor. Phillip Isenborth, erfahrener Sitzungspräsident, übernahm das Mikrofon und moderierte extravagant gekleidet schlagfertig durchs Programm. Sketche, Büttenreden, Tanzgarden wechselten in gelungener Mischung kurzweilig ab. Aktuell zu den kommenden Bürgermeisterwahlen standen bei „Two and a half“ drei urkomische Kandidaten im Kreuzfeuer der Fragen. Einer von der Hühner- und Taubenpartei, des gelbschwarzen Sportvereins und als Dritter der Mittellose, ein örtlicher Dorfpfarrer. Neben einem Schmiergeld-Segen, vergoldendes Hühner-Denkmal sowie Schützenfestmontag als gesetzlichen Feiertag, verbreiteten sie weiter Skurriles mit Lokalkolorit. So auch Stelte mit seiner musikalischen Kneipentour. Malte Kulage fragt nach Büro oder Kegelbahn. Dirk Bunger als Laurentius, wollte seinen Sohn Tulpenheinrich taufen lassen. Wieso geht nicht – Mädchen heißen doch auch Rosemarie. Opa ­Chantre liebte es deftig in seinem Vortrag. Super die Nummer der Jungs vom Bau. Rietbergs Großbaustelle Rathausstraße stand auf der Bühne. Mit Baugrube, Dixi-Örtchen, Betonmischer und mehr. Aufgabe ein Warnschild aufzustellen erwies sich als umständlich. Sturz in die Baugrube, kopfüber im sich drehenden Mischer waren schon Slapstick der gehobenen Art. Nicht minder stark die Beach Boys mit ihrem grandiosen Zechen-Auftritt. Bergwerk über Tage. Ein Sitzungsabend der ein dickes Lob verdient und Samstag wiederholt wurde.

Fotos: RSA/Rehling