Kreisgebiet. Die Polizei hat im Jahr 2024 im Kreis Gütersloh 90 politisch rechts motivierte Straftaten erfasst. Das sind fast 58 Prozent mehr als im Vorjahr, in dem noch 57 Straftaten dieser Art erfasst wurden. Die Zahlen hat die Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen beim nordrhein-westfälischen Innenministerium abgefragt.
„Die hohe Zahl der rechtsextrem motivierten Straftaten ist alarmierend. Es ist beschämend und muss ein Weckruf sein, dass auch hier bei uns im Kreis Gütersloh die Zahl der Taten gestiegen ist“, sagt Wibke Brems, Landtagsabgeordnete aus Gütersloh.
„Jeden Tag werden in NRW 15 rechtsextreme Straftaten begangen. Seit 2001 das Erfassungssystem für politisch motivierte Kriminalität eingeführt wurde, hat es in NRW und im Kreis Gütersloh nie so dramatisch hohe Zahlen gegeben wie heute“, sagt die Landtagsabgeordnete Wibke Brems weiter. „Das zeigt: Der Rechtsextremismus ist weiterhin die größte und eine wachsende Gefahr für unsere Demokratie. Neben einer konsequenten Strafverfolgung müssen wir uns alle Hass und Hetze immer und überall entgegenstellen. Diese Angriffe treffen unsere Nachbarinnen, Kollegen und Schulfreunde. Wir müssen als Gesellschaft diese Gewalt und Menschenfeindlichkeit stoppen.“
In ganz NRW ist die Zahl antisemitischer Straftaten massiv um 27 Prozent (547 in 2023, 695 in 2024) gestiegen. Es wurden 26 Prozent (269 in 2023, 338 in 2024) mehr islamfeindliche Straftaten verübt und 68 Prozent mehr queerfeindliche Straftaten erfasst (121 in 2023, 203 in 2024).